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Marcus Hacker
Marcus Hacker

Herzlich willkommen auf den Internetseiten der Klinischen Abteilung für Nuklearmedizin der Medizinischen Universität Wien.

Die Klinische Abteilung für Nuklearmedizin am AKH Wien gehört mit ihren mehr als 90 MitarbeiterInnen, ihrer Raum- und Geräteausstattung, ihrer 8 systemisierten Betten umfassenden Therapiestation sowie ihrer Radiochemie/-pharmazie mit Zyklotron zu den größten und leistungsstärksten nuklearmedizinischen Abteilungen Europas.

Im Bereich der bildgebenden Diagnostik werden sämtliche Verfahren der konventionellen Nuklearmedizin wie Schilddrüsen-, Skelett-, Lungen- Hirn- und Herzuntersuchungen sowie die Entzündungsdiagnostik in SPECT- und SPECT/CT-Technik angeboten. 

Zudem verfügt die Abteilung über PET/CT und PET/MR Scanner, die in Kombination mit einer breiten Palette an Radiopharmaka für individuelle und maßgeschneiderte Diagnose- und Therapiekonzepte eingesetzt werden. Hier kommt der engen Kooperation mit dem Comprehensive Cancer Center (CCC) sowie den zahlreichen Universitätskliniken eine entscheidende Bedeutung zu.

Einen weiteren Schwerpunkt der Abteilung bilden nuklearmedizinische Therapien von Schilddrüsen-, Leber-, Prostata- oder neuroendokrinen Tumoren mittels Beta- und Alphastrahlern.

Wir freuen uns, Sie in unserer Abteilung begrüßen zu dürfen und wollen Ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich gestalten.

 

Univ.-Prof. Dr. med. Marcus Hacker
Leiter der Klinischen Abteilung für Nuklearmedizin

Veranstaltungen

 

Die 13. Jahrestagung der OGNMB findet vom 13.-25. Jänner 2019 im Ferry Porsche Kongress Center in Zell am See statt.weiter

 
 

News

 
   

Die Efflux Transporter ABCB1 und ABCG2 verhindern gemeinsam an der Blut-Hirnschranke die Verteilung vieler verschiedener Arzneistoffe vom Blut ins Gehirn, was deren Wirksamkeit zur Behandlung von Erkrankungen des Gehirns, wie z.B. Gehirn-Tumore, stark einschränken kann. Die pharmakologische Hemmung dieser Efflux Transporter könnte die Effektivität vieler Arzneistoffe zur Behandlung von Erkrankungen des Gehirns steigern. Leider gibt es zurzeit keine zugelassenen Transporter Hemmstoffe, was die klinische Anwendbarkeit dieses therapeutischen Konzepts stark einschränkt. In einem Kooperationsprojekt zwischen der Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie und der Arbeitsgruppe „Translationales pharmakokinetisches Imaging“ der klinischen Abteilung für Nuklearmedizin (Assoc.-Prof. Dr. Oliver Langer und Assoc.-Prof. Dr. Martin Bauer) konnte in gesunden Probanden gezeigt werden, dass der Tyrosinkinase Inhibitor Erlotinib in supratherapeutischer Dosierung ABCG2 und ABCB1 an der menschlichen Blut-Hirnschranke hemmen kann und daher möglicherweise Anwendung zur Verbesserung der Gehirn-Verteilung anderer Arzneistoffe finden könnte. Diese Resultate wurden in dem nuklearmedizinischem Top Journal The Journal of Nuclear Medicine (IF 7.439) publiziert. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30237210

 
 

Transmembran Transporter der SLCO Familie (SLCO1B1, SLCO1B3 und SLCO2B1) vermitteln in der menschlichen Leber die Aufnahme vieler Arzneistoffe vom Blut in die Leber, wo die Arzneistoffe verstoffwechselt  und in die Galle ausgeschieden werden. Eine gleichzeitige Gabe von zwei oder mehreren Arzneistoffen, die von denselben SLCO Transportern erkannt werden, kann zur wechselseitigen Hemmung der Transporter führen. Dies kann die Ausscheidung der Arzneistoffe über die Leber beeinträchtigen und zu einer massiven Erhöhung der Blutspiegel führen, was schwere Nebenwirkungen verursachen kann. Um die Interaktion eines neuen Arzneistoffes mit SLCO Transportern in vitro oder in vivo zu untersuchen, werden selektive Modell Substrate für jeden Transporter benötigt. Die meisten zurzeit verfügbaren Substrate werden von mehreren SLCO Transportern gleichzeitig erkannt. Aufgrund dieses Mangels an selektiven Substraten ist die Rolle von SLOC2B1 in der Ausscheidung von Arzneistoffen weitgehend unbekannt. In einer Kooperation der Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie mit der Arbeitsgruppe „Translationales pharmakokinetisches Imaging“ der klinischen Abteilung für Nuklearmedizin (Assoc.-Prof. Dr. Oliver Langer und Assoc.-Prof. Dr. Martin Bauer) konnten in einer Reihe von in vitro Transportexperimenten und präklinischen und klinischen PET Experimenten gezeigt werden, dass der radiomarkierte Tyrosinkinase Inhibitor [11C]Erlotinib über SLCO2B1 in die Leber aufgenommen wird. [11C]Erlotinib könnte daher eine Anwendung als PET Tracer zum besseren Verständnis der Rolle von SLCO2B1 in der Arzneistoff-Ausscheidung finden. Diese Resultate wurden in zwei pharmakologischen Top-Journals publiziert, Clinical Pharmacology and Therapeutics (IF 6.544) und Molecular Pharmaceutics (IF 4.556). https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28940241; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30180590

 
 

Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe um Ass. Prof. Dr. Markus Hartenbach aus der klinischen Abteilung für Nuklearmedizin konnte die diagnostisch herausragende Wertigkeit der 68Ga-PSMA 11 PET/MRT beim Primärstaging des stanzbioptisch gesicherten Prostatakarzinoms zeigen. Dr. Bernhard Grubmüller aus der Universitätsklinik für Urologie konnte die Arbeit im klinischen Top-Journal „Clinical Cancer Research“  (IF 10,2) unter dem Titel „PSMA ligand PET/MRI for primary prostate cancer: Staging performance and clinical impact“ als Erstautor veröffentlichen. Die PSMA-PET/MRT zeigte dabei nicht nur sehr gute Ergebnisse beim Lokal- und Ganzkörperstaging; sie veränderte auch das initial als Prostatektomie geplante therapeutische Vorgehen bei nahezu 1/3 der Patienten. Abstract: http://clincancerres.aacrjournals.org/content/early/2018/08/23/1078-0432.CCR-18-0768.long   Zur Studie: Das primäre Staging des Prostatakarzinoms (PC) beruhte bislang auf methodenbedingt eingeschränkten diagnostischen Modalitäten. Die aktuelle Studie untersuchte daher prospektiv die simultane 68Ga-PSMA-11-Positronen-Emissions-Tomographie (PSMA-PET) / Magnetresonanztomographie (MRT) als neue diagnostische Methode für das primäre TNM-Staging im Vergleich zur Histologie und deren Einfluss auf therapeutische Entscheidungen. Wir untersuchten 122 Patienten mit PSMA-PET/MRT vor geplanter radikaler Prostatektomie (RP). Primärer Endpunkt war die Performance der PSMA-PET/MRT im Tumorstaging im Vergleich zur stagingrelevanten Histologie (histologische Großflächenschnitte der Prostata, Histologie der Lymphknotendissektion und Metastasenbiopsien). Darüber hinaus hat ein multidisziplinäres Team den anfänglichen therapeutischen Ansatz neu bewertet, um den Einfluss der PSMA-PET/MRT auf das therapeutische Management zu bewerten. Im Ergebnis identifizierte die PSMA-PET/MRT bei 119 von 122 Patienten (97,5%) korrekt das Karzinom. 81 Patienten wurden mit RP und Becken-Lymphknotendissektion behandelt. Das primäre lokale Tumorstadium (T-Stadium) wurde in 82,5% der Fälle korrekt bestimmt (95% CI 73-90; P <0,001). Im Detail: das organbgrenzte T2-Stadium mit 85% (95% CI 71-94; P <0,001), das organüberschreitende T3a-Stadium mit 79% (95%) % CI 43-85; P <0,001) und die Infiltration der Samenblasen (T3b-Stadium) mit beachtlichen 94% (95% CI 73-100; P <0,001). In 93% der Fälle (95% CI 84-98) war das Lymphknotenstadium (N-Stadium) ebenfalls korrekt (P <0,001). Zudem veränderte die PSMA-PET/MRI das therapeutische Vorgehen in 28,7% der Patienten entweder zu einer systemischen Therapie/Strahlentherapie (n=16) auf Grund eines lokal fortgeschrittenen Stadiums und/oder Fernmetastasen, oder der sog. aktiven Überwachung, „active surveillance“ (n=19) auf Grund eines minimalen oder nicht im Bild erkennbaren Primärtumors. Schlussfolgerung: Die PSMA-PET/MRT ermöglicht als sog. „One-Stop-Shop“-Methode ein exaktes Staging neu diagnostizierter Prostatakarzinome. Darüber hinaus wurde das initial als radikale Prostatektomie geplante therapeutische Vorgehen bei fast einem Drittel der Patienten aufgrund der Informationen dieser neuen Hybrid-Bildgebungstechnik verändert.

 
 

Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe um Ass. Prof. Dr. Markus Hartenbach aus der klinischen Abteilung für Nuklearmedizin konnte die Überlegenheit der 68Ga-PSMA 11 PET/CT(MRT) in der Diagnostik des biochemischen Rezidivs des Prostatakarzinoms auch bei niedrigen PSA-Werten zeigen. Dr. Bernhard Grubmüller aus der Universitätsklinik für Urologie konnte die Arbeit im Top-Journal „European Journal of Nuclear Medicine and Molecular Imaging“  (IF 7,7) unter dem Titel „68Ga-PSMA 11 ligand PET imaging in patients with biochemical recurrence after radical prostatectomy – diagnostic performance and impact on therapeutic decision-making“ als Erstautor veröffentlichen. Zusätzlich zur exzellenten Detektionsrate der PSMA-PET konnte auch ihr signifikanter Einfluss auf weitere klinische Therapieentscheidungen gezeigt werden. OpenAccess Full Text: https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00259-017-3858-2 Eine frühere und präzisere Detektion von Metastasen bei einem Wiederanstieg des PSA-Wertes nach erfolgter Primärtherapie des Prostatakarzinoms ist dringend erforderlich, um individualisierte Salvage-Therapien anbieten und durchführen zu können. In diesem Zusammenhang wurden mit den 68Ga-markierten PSMA-Liganden vielversprechende und spezifische Radiopharmaka entwickelt, die bereits in mehreren retrospektiven  Studien untersucht wurden. In der aktuellen Studie wurden 117 Patienten nach radikaler Prostatektomie eingeschlossen. Es zeigten sich, wie in den bisher publizierten Daten, hervorragende Detektionsraten für die PSMA-PET in der Rezidivsituation (65% bis 100% für PSA-Werte zwischen 0,2 und 2,0 ng/ml) sowohl in der Kombination mit CT (PET/CT) als auch mit MRT (PET/MRT). Darüber hinaus wurde mittels eines geblindeten Tumorboards der Einfluss auf die Therapieentscheidungen im Vergleich zur Standardbildgebung untersucht. Hier konnte gezeigt werden, dass die PSMA-PET in einer enorm hohen Anzahl an Patienten (ca. 75%) das Therapiemanagement signifikant ändert und metastasengerichtete Therapien ermöglicht. Fazit: Die 68Ga-PSMA 11 PET/CT(MRT) ist in der Diagnostik des Prostatakarzinoms ein fester Bestandteil des klinischen Behandlungsansatzes geworden. Die aktuelle Studie konnte dies eindrücklich belegen und insbesondere beim biochemischen Rezidiv einen signifikanten Einfluss auf das Therapieregime zeigen.

 
 

Forschergruppe um Ao. Univ.-Prof. Dr. Shuren Li publizierte im Top-Journal „European Journal of Nuclear Medicine and Molecular Imaging"

 
 
 
 

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